Heisenberg_Merten
Christian Merten

Prof. Dr. Christian Merten

Christian Merten hat 2020 eine Heisenberg-Professor für Physikalische Organische Chemie erhalten. Sein Spezialgebiet sind Stereochemie und chiroptische Spektroskopie.

Christian Merten studierte zwischen 2002 und 2007 Chemie an der Universität Bremen. Im Anschluss fertigte er seine Doktorarbeit am Fraunhofer Institut für Angewandte Materialforschung in Bremen an, wo er 2010 promoviert wurde.

2011 bis 2013 arbeitete er als Feodor-Lynen Fellow der Alexander von Humboldt-Stiftung an der University of Alberta, Edmonton, Kanada. 2013 wechselte er als Liebig-Stipendiat des Fonds der chemischen Industrie an die RUB. Seit 2019 wird er bereits im Heisenberg-Programm der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert.

Er ist Mitglied des Exzellenzclusters Ruhr Explores Solvation, Resolv. Daneben ist er unter anderem beteiligt am Graduiertenkolleg 2376 „Confinement controlled chemistry“, in dessen Rahmen er Wirt-Gast-Wechselwirkungen chiraler käfigartiger Moleküle untersucht.

Molekül und Spiegelbild

Ein Forschungsschwerpunkt von Christian Merten ist die molekulare Chiralität. Die räumliche, dreidimensionale Struktur vieler Naturstoffmoleküle weist eine Besonderheit auf: Sie lässt sich nicht mit ihrem Spiegelbild zur Deckung bringen. Christian Merten untersucht diese chiralen Moleküle und ihre intermolekularen Wechselwirkungen mit modernen spektroskopischen Techniken.

Molekulare Chiralität ist besonders für die Entwicklung pharmazeutischer Wirkstoffe interessant, weil eine Form andere biologische Eigenschaften haben kann als ihr Spiegelbild. Für die gezielte Herstellung solcher Moleküle in nur der einen, gewünschten Form sind spezielle Katalysatoren notwendig, die nur einen Reaktionsweg ermöglichen. Christian Merten ist Experte für Schwingungszirkulardichroismus-Spektroskopie, vom englischen Begriff „vibrational circular dichroism“ auch VCD-Spektroskopie genannt. Mit dieser Technik untersucht Mertens Team in einem Projekt solche Katalyseprozesse und versucht die ablaufenden Reaktionen im Detail zu verstehen. In anderen Projekten untersucht die Gruppe photochemische Reaktionen chiraler Moleküle und im Rahmen des Exzellenzclusters Resolv auch, wie Lösungsmittel die Struktur chiraler Moleküle beeinflussen.

Gut zu wissen

Das Heisenberg-Programm der Deutschen Forschungsgemeinschaft ermöglicht herausragenden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, die alle Voraussetzungen für die Berufung auf eine Langzeit-Professur erfüllen, sich auf eine wissenschaftliche Leitungsposition vorzubereiten und während der Förderung eigene Forschungsthemen zu bearbeiten.

Bildliche beispielhafte Darstellung eines Doktorhuts
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