Die Forscherin ist Juniorprofessorin für Klassische Archäologie mit Einbeziehung archäometrischer Anwendungen.
Mitantragstellerin
ERC-Advanced-Grant-Beteiligung 2026
Das Projekt „ConstruEnS“ entschlüsselt römische Monumentalbauten als Quellen von Gesellschaft, Umwelt und Herrschaft.
Das Projekt ConstruEnS erschließt römische Bauwerke als einzigartige historische Archive vergangener Praktiken, Entscheidungsprozesse und Wechselwirkungen zwischen Mensch und Umwelt. Durch die Entwicklung innovativer Instrumente und Modelle zielt das Projekt darauf ab, einen Paradigmenwechsel in den Geisteswissenschaften einzuleiten. Architektur wird als zentrale Quelle für das Verständnis der materiellen, sozialen und Umweltgeschichte etabliert.
Die erhaltenen Überreste römischer Bauwerke am Rhein und an der Oberdonau bieten ideale Fallstudien: Mit den Flüssen als zentralen Verkehrs- und Mobilitätsadern wuchsen die neu gegründeten römischen Städte und ihr Hinterland vom frühen 1. bis zum 4. Jahrhundert rasch an. Das Bauwesen in diesen Städten brachte neue Techniken, Materialien, Versorgungsnetze und Fachkenntnisse mit sich. Das Projekt konzentriert sich auf Xanten, Köln, Mainz, Regensburg und Carnuntum.
Vilma Ruppienės Beitrag im Projekt ist die Untersuchung der Herkunft, Gewinnung und Versorgung der Bauvorhaben in den Städten entlang des Rheins und der oberen Donau mit Steinmaterialien. Dabei geht es sowohl um Baumaterialien und architektonische Bauteile als auch um dekorative Natursteine für die Ausstattung von Gebäuden, etwa Wand- und Bodenverkleidungen in Thermenanlagen.
Mithilfe archäometrischer Analyseverfahren werden die verwendeten Gesteinsarten bestimmt und – wenn möglich – ihre genaue Herkunft identifiziert. Eine wichtige Grundlage hierfür bilden Referenzproben aus verschiedenen Steinbrüchen, die den Vergleich mit archäologischen Proben ermöglichen und so deren Zuordnung zu bestimmten Abbaugebieten oder sogar einzelnen Steinbrüchen erlauben. Die Kenntnis der genutzten Steinressourcen ermöglicht die Rekonstruktion der damit verbundenen logistischen und wirtschaftlichen Prozesse. Dazu gehören insbesondere die Organisation des Steinabbaus, die Handels- und Versorgungsnetzwerke sowie die Transportwege zu Land, auf Flüssen und über das Meer bis hin zum Einsatz auf den Baustellen. Auf dieser Grundlage lassen sich auch Rückschlüsse auf die Kostenkalkulation und die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen großer Bauprojekte ziehen.
Die Forscherin ist Juniorprofessorin für Klassische Archäologie mit Einbeziehung archäometrischer Anwendungen.
Mitantragstellerin